[Über uns]

Der Verein

Der Verein Kellnerstraße e.V. wurde 1990 offiziell, d.h. ins Vereinsregister beim Amtsgericht Halle an der Saale eingetragen.

Ein bisschen ist er so, wie Vereine wohl sein müssen, aber auch nur, weil wir müssen. Bei uns gibt es keine Mitgliedsbeiträge oder ähnliches. Auch Mitgliedsausweise werden bei uns nur im Notfall ausgestellt. Offiziell ist jede/r Bewohner/in und jedes Projekt des Hauses Mitglied des Vereines.

Bei uns soll es keine Hierarchen geben. Den Vorstand gibt es auf dem Papier - natürlich. Möchte jemand den Chef sprechen, wird er Schwierigkeiten haben.

Geschichte

Illusionen zerplatzten, die DDR-Oppositionsbewegung verlief sich. Die Betriebe waren nicht in die Hand frei gewählter Betriebsräte geraten, Zeitungen und Rundfunk hatten andere Formen gefunden, schlecht zu sein, die Preise stiegen schneller als viele Einkommen, von denen zahlreiche auch ganz versiegten. Diese Geschichte beginnt mit einigen bisherigen DDR-Oppositionellen, welche zu Hausbesetzer/innen wurden, nachdem der Verhandlungsweg nicht zu einem Gebäude zu führen schien, in dem die bisherige Arbeit unter teils neuen Umständen und mit teils neuen Projekten fortgesetzt werden konnte. Das besetzte und später (mit Nutzungsvertrag) legalisierte Haus wurde ca. 6 Jahre später kampflos verlassen, um mit Wohn-, Kultur-, Polit- und ähnlichen Projekten in das von der Stadt angebotene und bis heute von uns betriebene Gebäude umzuziehen, welches als Kinderheim des "Vaterländischen Frauenvereins" gebaut worden war und in der DDR als Kinder- und Jugendpsychiatrie gedient hatte.

Unser Selbstverständnis

Der politische Ansatz, aus dem heraus das Hausprojekt Kellnerstraße e.V. entstanden ist, hat sich grundsätzlich bis heute halten können. Ein Statut gab es darüber noch nie, nur die Vereinssatzung listet in einem Rundumschlag die Arbeitsgebiete bzw. Ziele und Zwecke des Vereins auf. Die Aktivitäten reichen von kommunaler Kultur- und Kinder- und Jugendpolitik über die Funktionen des Infoladens und verschiedene Bildungsveranstaltungen bis zu Einzelaktionen ohne kontinuierlichen Rahmen und den politisch arbeitenden Gruppen.
Im Alltag zeigt sich der politische Anspruch im fortgesetzten Versuch, einen Freiraum für alternative soziale Organisation und zum Ausprobieren von der Wohnraumgestaltung bis zur "Freizeit" zu erhalten, in dem Hierarchien nicht legalisiert, Diskriminierungen und Ausschließungen vermieden bzw. thematisiert werden, in dem die immer mal wieder geforderte "Zivilcourage" vorhanden ist, und der öffentlich, damit aber auch angreifbar ist.

Keine Toleranz für innerlinke Gewalt!

Seit mehreren Jahren kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen von Mitgliedern einiger linker Gruppen auf andere Personen des linken Spektrums. Die Bandbreite bewegt sich hierbei von einfachen Drohungen, Sachbeschädigungen, "Hausbesuchen", tätlichen Angriffen bis hin zu offenen Morddrohungen. Als Protagonist_innen in Sachsen-Anhalt sind hierbei immer wieder das, aus der "Gruppe Internationale Solidarität (GIS)", der "Autonomen Antifa Magdeburg (AAMD)" und des "Autonomen Frauenblock Magdeburg" hervor gegangene "ZK Magdeburg" ("Zusammen Kämpfen Magdeburg") und die "Antifaschistische Aktion Burg (AAB)" auszumachen.

Als emanzipatorischer Verein und "offenes" Hausprojekt lehnen wir Gewalt als Mittel innerlinker Auseinandersetzung konsequent ab. Aus diesem Grund lehnen wir jegliche Zusammenarbeit mit und Unterstützung von oben genannten Gruppen ab. Selbiges gilt auch für andere Gruppen, die meinen innerlinke Konflikte gewaltsam lösen zu müssen oder ein entsprechendes Verhalten befürworten.

Kellnerstraße e.V. im Januar 2013

Wohnen

Der Wohnbereich ist genau so lustig wie jede normale WG, was z.B. Themen wie Hausarbeit und Gerümpelecken betrifft, nur etwas größer, doch längst nicht groß genug für eine Kommune.

Eine gemeinsame Kasse gibt es bis heute nicht, und gemeinsames Essen immer nur vorübergehend. Es bürgert sich nicht ein. Aber im Prinzip ist es darum auch nie gegangen.

Projekte

Der Infoladen und die IG Kultur sind Projekte, die von Vereinsmenschen gestemmt werden.

Unsere Räume und unsere Infrastruktur stehen aber auch prinzipiell anderen politischen und kulturellen Gruppen, Initiativen etc. zur Verfügung. Einige wie beispielsweise:

nutzen ebendieses Angebot.

Hausversammlungen

Die HV findet in der Regel jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat ab 20 Uhr statt.

Hier setzen sich die HausbewohnerInnen mit sämtlichen Problemen, Fragen, aktuellen Situationen, die das Haus betreffen, auseinander. Normaleweise sind auch immer ein paar Gäste dabei, da Gäste selbstverständlich immer willkommen sind.

Wenn ihr also eine Politik/Veranstaltungs-Idee habt, Veranstaltung machen wollt oder ein Treffen organisieren wollt - oder denkt, wir müssen uns dringend mit bestimmten Inhalten beschäftigen, oder vielleicht auch noch nicht so recht wisst ...
- kommt vorbei.

MAIL homepage@ludwigstrasse37.de